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Zum Ende der Seite springen Test, der dritte (Spotilol)
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Test, der dritte (Spotilol) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Test, der dritte (Spotilol)
28.08.2026 von Lars Sobiraj
Das Tool Spotilol führt SpotiFuck weiter, entfernt Werbung aus Spotify Free und verbessert die Android-Bedienung.

Anfang des Jahres hatte ich SpotiFuck schon einmal als Alternative zu den nicht mehr funktionierenden Revanced-Sachen und Spotify Free oder Spotify Web über Brave mit aktiviertem Shield für euch ausprobiert. Die Idee dahinter war gut, aber es lief mehr schlecht als recht. Anstatt erneut an der offiziellen Spotify-App herumzupatchen und damit DMCA-Klagen zu riskieren. Um keinen Gegenschlag zu riskieren, hat man einfach den Webplayer in eine eigene Android-App gepackt.

Das funktionierte bei meinem damaligen Test erstaunlich gut, nur war SpotiFuck als App noch ziemlich unausgereift. Besonders auf dem Smartphone merkte man immer wieder, dass unter der Haube der Webplayer lief. Es fühlte sich auch zäh an.

Ich hatte deshalb die offizielle Spotify-App zusätzlich nur als Fernbedienung benutzt. SpotiFuck spielte die Musik ab, Spotify übernahm die Bedienung – nur so war es möglich, die Musik ordentlich zu genießen.

Etwas speziell, aber es ging.

Inzwischen ist SpotiFuck auf GitHub archiviert. Im Repository wird sogar auf Spotilol als legitimer Nachfolger verwiesen.




Aus SpotiFuck wurde Spotilol

Spotilol ist ein Fork von SpotiFuck. Der Entwickler hat den alten Smali-Code sauber nach Kotlin übertragen und darauf aufbauend eine modulare Struktur entwickelt.



Der Spotify-Webplayer ist weiterhin verfügbar. Seine Werbung wird weiterhin herausgefiltert. Spotify Free läuft damit, wie auch bei SpotiFuck zuvor, ohne die Werbeunterbrechungen des normalen Webplayers.

Neu ist vor allem die App drumherum: Spotilol bringt inzwischen einen eigenen Player mit. Dadurch muss ich mich nicht mehr ständig durch die Oberfläche des Webplayers hangeln. Auch die Mediensteuerung von Android und der Sperrbildschirm funktionieren nun vernünftig.

Der Player lässt sich endlich auch ordentlich herunterwischen und verkleinern. An der Suche wurde ebenfalls gearbeitet. Später kamen Picture-in-Picture, Landscape und ein AMOLED-Modus dazu, die alle tadellos funktionieren.

Bei SpotiFuck fehlte leider genau dieser Feinschliff. Dort war der Webplayer ständig präsent. Bei Spotilol verschwindet er hingegen wesentlich besser hinter der eigentlichen App.

Die offizielle Spotify-App als Fernbedienung brauche ich hier nicht mehr.


Spotify Free geht auch über Bluetooth

Nach einigen Bugfixes des Entwicklers funktioniert Bluetooth inzwischen ebenfalls vernünftig.

Mit Spotilol kann man Musik über Android an Kopfhörer, Lautsprecher oder das Autoradio schicken. Das klappt auch mit dem kostenlosen Spotify-Abo problemlos.

Dabei bleibt das Smartphone das Abspielgerät und reicht den Ton per Bluetooth weiter. Das funktioniert beispielsweise auch mit einem Echo- beziehungsweise Alexa-Lautsprecher, wenn dieser als Bluetooth-Lautsprecher gekoppelt ist.

Wer Spotify Connect bisher nur dazu benutzt hat, um Musik vom Smartphone auf Alexa oder einen anderen Lautsprecher zu bekommen, braucht dafür kein Premium-Abo mehr.

Seit Version 1.0.5 reagiert Spotilol zudem auf verbundene Bluetooth-Geräte. Wenn man beispielsweise die Kopfhörer trennt, pausiert die Wiedergabe automatisch. Nach dem erneuten Verbinden geht es weiter.

Beim alten SpotiFuck war die Einbindung in Android noch wesentlich rudimentärer – nach dem Motto von frühreren Seagate Festplatten: „Sie geht oder sie geht nicht.“


Ein eigenes CA-Zertifikat

Spotilol kann unter Android auch ein eigenes CA-Zertifikat installieren.

Ein Root-Zertifikat für einen Spotify-Webplayer? Android warnt bei solchen Zertifikaten schließlich nicht ohne Grund. Eine eigene CA als vertrauenswürdig einzutragen, ist nichts, was man einfach wegklicken sollte. Adguard braucht auch eins, um den HTTPS-Traffic auf Werbung zu prüfen und sie herauszufiltern, aber da wird es auch wirklich ausführlich erklärt und ist vertrauenswürdig.

Bei Spotilol gehört sie zum optionalen MITM-Proxy, also hat sie eine legitime Aufgabe.

Die App erzeugt dafür lokal eine eigene CA und leitet die Verbindung über einen lokalen Proxy. Dadurch kann Spotify weniger eindeutig erkennen, dass sein Webplayer innerhalb einer WebView läuft.

Laut Entwickler wird das Zertifikat direkt auf dem Smartphone erzeugt und bleibt auch dort.

Wer nicht weiß, was eine eigene CA unter Android macht, sollte diesen Modus einfach nicht einschalten und es ohne Zertifikat nutzen.

Seit Version 1.0.6 ist der normale Betrieb ohne Zertifikat sogar voreingestellt. Spotilol funktioniert also auch, ohne dass man vorher einen zusätzlichen Vertrauensanker im System installieren muss.

Der Proxy ist rein freiwillig, er sollte am Besten benutzt werden, muss er aber nicht.

Warum Spotilol die CA überhaupt anbietet, ist damit klar. Ich würde sie trotzdem nur installieren, wenn ich weiß, was ich da tue.


Diesmal kamen mehr als drei Revisionen

Bei SpotiFuck war irgendwann einfach Schluss.

Das kennt man leider inzwischen zur Genüge von solchen Spotify-Projekten. Es erscheint eine funktionierende Version, danach kommen noch zwei Fixes und wenig später ändert Spotify etwas. Das Repository bleibt anschließend liegen.

Spotilol startete am 13. Juli 2026 mit Version 1.0.0 und am 18. August war bereits Version 1.0.10 draußen (github.com/lyssadev/Spotilol/releases).

Bei zehn Revisionen in gut einem Monat könnte man auch einfach zehnmal Kleinkram veröffentlicht haben, was hier aber wirklich nicht der Fall ist. Ein Blick ins Changelog zeigt, dass wirklich aktiv daran gearbeitet wurde.

So wurde der eigene Player beispielsweise erst nachträglich hinzugefügt. Bluetooth wurde erweitert, Abstürze wurden beseitigt und Änderungen am Spotify Web Player Audio SDK mussten aufgefangen werden. Picture-in-Picture und die überarbeitete Suche kamen ebenfalls nach und nach bei der Weiterentwicklung dazu.

Mit Version 1.0.10 wurde erneut die Erkennung der Spotify-API-Hashes optimiert.

Spotify hat also in den ersten Wochen viele Dinge zum Leidwesen der Nutzer verändert, auf die Spotilol im typischen Katz-und-Maus-Spiel reagieren musste.

Bisher hat der Entwickler jedes Mal nachgezogen.

Ob das nächstes Jahr noch genauso aussieht? Keine Ahnung. Dafür gibt es Spotilol noch nicht lange genug.

Nach zwei oder drei Revisionen war diesmal aber wenigstens nicht wieder Feierabend.


Firebase steckt leider ebenfalls drin

Seit Version 1.0.5 nutzt Spotilol die Dienste Firebase Analytics, Crashlytics und Firebase Performance Monitoring.

Analytics zeigt dem Entwickler, wie die App genutzt wird. Crashlytics sammelt Informationen zu Abstürzen, während Performance Monitoring dabei hilft, langsame oder problematische Stellen zu finden.

Bei einer App, die auf zig unterschiedlichen Android-Geräten laufen soll, sind solche Daten für die Fehlersuche natürlich praktisch. Es ist für jeden nachvollziehbar, aber die Daten gehen natürlich an die Datenkrake Google.

Wer Firebase nicht auf dem Smartphone haben will, weiß damit wenigstens, dass es drinsteckt.

Spotilol ist das bessere SpotiFuck.

SpotiFuck würde ich heute nicht mehr benutzen. Das Projekt ist archiviert und Spotilol hat dessen Ansatz inzwischen deutlich weitergebracht.

Zum Musikhören greife ich trotzdem eher zu anderen Lösungen.

SpotiFLAC Mobile lief bei mir die ganze Zeit. Nur die PC-Version hatte zwischenzeitlich ihre Probleme, inzwischen funktioniert sie aber wieder. Heruntergeladene Musik landet bei mir ohnehin lieber in Navidrome. Auf Android spiele ich sie dann mit Symfonium ab.

Spotilol würde ich vor allem dann nutzen, wenn ich Spotify Free direkt weiterbenutzen möchte.

Dafür funktioniert der Fork inzwischen wesentlich besser als SpotiFuck. Die Bedienung ist besser an Android angepasst, Bluetooth funktioniert auch mit Alexa oder anderen Lautsprechern und ein CA-Zertifikat ist nicht erforderlich.

Wer Spotify Connect bisher nur als bequeme Brücke vom Handy zum Lautsprecher benutzt hat, kann sich unter Umständen sogar das Premium-Abo sparen.

Bislang ist im Repository nach ein paar Releases nicht wieder Funkstille eingekehrt.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Spotify erneut etwas ändert.

Dann zeigt sich, ob der Entwickler weiter nachzieht.

Bis jetzt tut er es.

vollständiger Text >>>quelle: tarnkappe.info

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