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Zum Ende der Seite springen Willkür bei gesperrten Microsoft-Konten: Das späte Erwachen der US-Medien
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Willkür bei gesperrten Microsoft-Konten: Das späte Erwachen der US-Medien
Martin Geuß
15. Juli 2026
Seit vielen Jahren beackern wir auf dieser Seite regelmäßig ein Ärgernis, an dem sich bis heute nichts geändert hat: Microsoft sperrt Konten von Privatnutzern und bietet keinerlei Möglichkeiten zur Klärung oder Schlichtung. Die Betroffenen verlieren unter Umständen ihre digitale Identität, fast immer aber Geld und Daten. Mit vielen Jahren Verzögerung scheint das Problem jetzt auch auf den einschlägigen US-Portalen Beachtung zu finden.

Mit dem Artikel Microsoft Konto gesperrt – und der Support stellt sich tot begann im Januar 2020 die Berichterstattung über das kundenunfreundliche Verhalten von Microsoft. Welche Dimension das annehmen würde, konnte ich damals nicht ahnen. In dem Ordner, in dem ich E-Mails von Betroffenen sammle, liegt inzwischen eine hohe dreistellige Anzahl von Nachrichten. Die tatsächliche Anzahl der Betroffenen dürfte logischerweise ein Vielfaches davon sein.

Die Vorgänge unterscheiden sich im Ablauf mal mehr, mal weniger. Im Grundsatz aber passiert immer das Gleiche: Microsoft sperrt ein Konto wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen, eines Hackerangriffs oder warum auch immer. Dabei verlassen sich die Redmonder blind auf ihre automatisierten Abläufe, eine Prüfung findet nicht statt.

Als Folge davon verlieren Betroffene restlos alles, was an diesem Konto hing: gekaufte Spiele und Software, Dateien in OneDrive, das persönliche Adressbuch, alle in outlook.com gespeicherten E-Mails und so weiter. Die erlittenen Verluste beliefen sich in den mir bekannten Fällen teilweise auf mehrere tausend Euro.

Eine wirksame Möglichkeit des Einspruchs gibt es nicht. Sofern man überhaupt jemanden vom Kundendienst erreicht, antwortet dieser mit Standard-Formulierungen. Nur in ganz wenigen Fällen bekamen Nutzer ihr Konto kommentarlos wieder zurück. In einem mir bekannten Fall holte den Betroffenen das Thema ein Jahr später in Form einer Vorladung der Kripo wegen des Verdachts auf Kinderpornografie noch einmal ein.

Regelmäßigen Lesern erzähle ich nichts Neues. Ihr habt das hier alles schon so oft gelesen, dass Ihr inzwischen vielleicht schon abgestumpft seid.

Warum rolle ich das gerade noch einmal alles auf?

Bei unseren Bemühungen, mehr Aufmerksamkeit für die Problematik zu bekommen, haben wir unzählige Male die einschlägigen und reichweitenstarken US-Blogs kontaktiert. Bei den „Hofberichterstattern“ zeigte man allerdings keinerlei Interesse an einem derart heißen Eisen. Vielleicht ist es ein ungerechter Vorwurf, wenn ich unterstelle, man wollte eventuell den frühen Zugang zu Informationen, Testgeräten und Eventeinladungen nicht riskieren.

Das spielt jetzt auch keine Rolle mehr, denn endlich scheint sich das Blatt zu wenden. Vor wenigen Tagen sorgte ein Bericht über die erfolgreiche Klage eines Xbox-Nutzers für breite Aufmerksamkeit. Gestern hat WindowsCentral zwei weitere Fälle aufgegriffen, in denen die Nutzer von ihren Konten ausgesperrt wurden und den Zugriff auf ihre Daten und Käufe verloren.

Ich hoffe, die Kollegen bleiben da dran und werden nicht müde. Microsoft generiert täglich Nachschub an neuen Fällen, man muss sie nur finden und aufgreifen. Wenn es in der Heimat entsprechenden Aufruhr gibt, wacht man in Redmond vielleicht endlich auf.

Die Lösung ist so furchtbar einfach: An bestehenden Abläufen muss überhaupt nichts verändert werden, die automatischen Prüfungen und Sperrungen können 1:1 so weiterlaufen. Alles, was man benötigt, ist eine Clearingstelle, die in der Lage ist, den Sachverhalt zu untersuchen und den Betroffenen qualifiziert zu helfen.

vollständiger Text >>>quelle: drwindows.de

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