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Fakeshop-Betrüger wäscht Millionen Euro
Vier gefälschte Onlineshops, 380 gekaperte Bankkonten, Millionen in Kryptowährungen: Ein 37-jähriger soll jahrelang ein Betrugsnetz betrieben haben.
21. Mai 2026 um 07:15 Uhr / Andreas Donath


Einsatzkräfte von Polizei und Steuerfahndung haben am frühen Mittwochmorgen ein Wohnhaus im nordrhein-westfälischen Rösrath sowie einen Friseurbetrieb in Köln-Niehl durchsucht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln richten sich gegen einen 37-jährigen Tatverdächtigen. Ihm werden Warenbetrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorgeworfen.


Millionengewinne mit Fakeshops im Internet

Der Beschuldigte soll zwischen 2021 und 2025 mindestens vier Fakeshops betrieben haben. Über diese gefälschten Onlinehandelsplattformen kassierte er offenbar Geld für Waren, die er nie verschickte. Wie hoch der Schaden insgesamt sei, bezifferten die Behörden bislang nicht konkret. Die Polizei spricht von Millionengewinnen.

Parallel dazu soll der Mann im Internet Stellenanzeigen für vermeintlich lukrative Nebenjobs als App-Tester geschaltet haben. Mindestens 380 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet sollen auf das Angebot hereingefallen sein. Sie gingen wohl davon aus, Software zu testen, und eröffneten auf Anweisung des Mannes Bankkonten.


Gekaperte Konten als Kanal für Kryptowährungen

Diese Konten soll der 37-Jährige anschließend unter seine Kontrolle gebracht haben. Darüber transferierte er den Ermittlungen zufolge die illegalen Einnahmen aus den Fakeshops in Kryptowährungen.

An den Durchsuchungen waren speziell geschulte Krypto- und Finanzermittler beteiligt. Sie sicherten Beweismittel und pfändeten Geld sowie Wertsachen. Ob Festnahmen erfolgten, geht aus der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Köln nicht hervor.


Der Autor meint dazu

Fakeshops sind kein neues Phänomen, aber die Kombination aus Kontenübernahme und Kryptowährungen erschwert die Rückverfolgung der Geldflüsse erheblich. Dass 380 Personen als unwissentliche Mittelsmänner eingesetzt wurden, zeigt, wie professionell solche Strukturen aufgebaut sein können.

Für die Betroffenen sind die Folgen möglicherweise gravierend. Wer ein Konto bereitstellt, über das Straftaten abgewickelt werden, kann selbst ins Visier der Ermittler geraten, auch wenn keine Absicht vorlag. Die Ermittlungen dauern an.

quelle: golem.de

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