Geschrieben von Whitebird am 28.08.2026 um 11:18:
Wechselt die Ukraine auf 23,5 Grad Ost? Astra 3C startet Testbetrieb
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Wechselt die Ukraine auf 23,5 Grad Ost? Astra 3C startet Testbetrieb
Von Thomas Riegler -27. August 2026, 13:52
Derzeit werden die ukrainischen TV-Programme in erster Linie über den auf Astra 4A auf 4,8 Grad Ost ausgestrahlt. Das könnte sich bald ändern.
Derzeit werden die ukrainischen TV-Programme in erster Linie über den auf Astra 4A (4,8 Grad Ost) positionierten Satelliten ausgestrahlt. Doch damit dürfte es vermutlich nicht mehr lange weitergehen. Auf der Position 23,5 Grad Ost zeichnet sich ein großer Wechsel ab – mit spürbaren Folgen für die Satellitenverteilung in Europa.
Vor Kurzem wurde auf dem auf 23,5 Grad Ost positionierten Astra 3C ein neuer Transponder mit 16 Testkanälen aufgeschaltet (Frequenz: 12,148 GHz horizontal). Zu sehen gibt es auf den Testkanälen 1 bis 3, 7 bis 12 sowie 15 und 16 jeweils ein Streifentestbild ohne Einblendungen bei einer Auflösung von 704 × 576 Pixeln (SD). Auf den Kanälen 4, 13 und 14 kommt indes ein Schwarzbild in voller HD-Auflösung zum Einsatz.
Zu hören ist auf den HD-Kanälen 13 und 14 ein 1-Kilohertz-Testton, auf den SD-Testkanälen schallt ein etwas höherer Testton. Wirft man einen Blick auf die aufgeschalteten Audiospuren, entdeckt man auf 15 Testkanälen bereits die Kennung „Ukrainisch“. Auf einem der Schwarzbild-Kanäle ist sogar schon der TV-Ton eines ukrainischen Senders zu hören. All das deutet auf eine zeitnahe Aufschaltung regulärer ukrainischer TV-Programme hin.
Warum steht auf 4,8 Grad Ost ein Wechsel bevor?
Auf Astra 3C werden bereits seit dem Frühjahr zwei Pakete für die Ukraine ausgestrahlt. Sie gelten als erstes Anzeichen dafür, dass auf 23,5 Grad Ost eine neue Direktempfangsposition für die Ukraine aufgebaut wird. Dies scheint auch dringend vonnöten zu sein, denn der auf 4,8 Grad Ost positionierte Astra 4A dürfte nun endgültig das Ende seiner geplanten Einsatzdauer erreicht haben.
Der Satellit wurde am 17. November 2007 gestartet und war ursprünglich für eine Lebensdauer von 15 Jahren vorgesehen. Seit seinem Start sind inzwischen fast 19 Jahre vergangen, womit sich der Treibstoffvorrat allmählich dem Ende zuneigen dürfte.
Der auf 23,5 Grad Ost eingesetzte Astra 3C wurde am 22. März 2014 ursprünglich als Astra 5B ins All befördert. Bis zum Erreichen seiner regulären Einsatzdauer hat der Satellit noch knapp drei Jahre vor sich. Angesichts der bei Satellitenbetreibern üblichen, extrem effizienten Treibstoffsteuerung ist jedoch von einer realistischen Nutzung über das Jahr 2030 hinaus auszugehen.
Kann Astra 3C den alternden Astra 4A vollständig ersetzen?
Astra 3C verfügt über 40 Ku-Band-Transponder, von denen aktuell 26 in Betrieb sind. Zum Vergleich: Auf Astra 4A werden derzeit 13 Transponder für die Übertragung von TV-Paketen genutzt, zwei weitere dienen für Videoüberspielungen. Reine Transponder-Kapazitäten wären auf 23,5 Grad Ost also ausreichend vorhanden, um die Services von 4,8 Grad Ost zu übernehmen.
Allerdings arbeiten beide Satelliten mit völlig unterschiedlichen Ausleuchtzonen (Footprints):
- Signal im Osten: Astra 3C erreicht den russisch besetzten Osten der Ukraine nicht mehr mit so kräftigem Signal wie Astra 4A.
- Baltikum-Pakete: Für jene Programmpakete, die derzeit noch über 4,8 Grad Ost für das Baltikum senden, könnte der Platz oder die Ausleuchtung auf 23,5° Ost eng werden.
- Satelio Pay-TV: Ungewiss ist zudem, über welchen Satelliten künftig das für das südliche Afrika bestimmte deutschsprachige Satelio-Pay-TV-Paket ausgestrahlt wird, da Astra 3C dafür keinen passenden Africa-Beam an Bord hat.
Transponderdaten: Wo und wie ist das neue Paket zu empfangen?
Wann auf diesem Transponder die regulären Programme aufgeschaltet werden, ist noch nicht offiziell bekannt. Der Monatsbeginn September 2026 gilt in Branchenkreisen jedoch als heißes Datum. Es lohnt sich also, diese Frequenz in den kommenden Tagen im Blick zu behalten.
s.u.
Empfangsdaten des neuen Ukraine-Testpakets (Astra 3C).png
Fazit
Der Wechsel der ukrainischen Programme von 4,8° Ost auf 23,5° Ost zeichnet sich immer deutlicher ab. Für Sat-Anwender und DXer bedeutet das: Wer ukrainische Sender empfangen möchte, wird seine Antenne oder LNB-Schielhalterung mittelfristig um rund 19 Grad nach Osten drehen müssen.
vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de