DFB-Frist verstrichen: 1860 München muss in die Regionalliga zwangsabsteigen
Bis 17 Uhr an diesem Mittwoch hatte der TSV 1860 München Zeit, die vom DFB geforderten Lizenzbedingungen zu erfüllen. Das ist nicht geschehen, wie die Löwen selbst um kurz vor 18 Uhr in Form einer Pressemitteilung verkündeten. Damit muss der Traditionsverein erneut den bitteren Gang in die Regionalliga Bayern antreten.
Die TSV 1860 München wird aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises die erforderliche Zulassung für die 3. Liga durch den Deutschen Fußball-Bund nicht erhalten. Dieser Fakt, beruhend auf einer verstrichenen Frist an diesem frühen Mittwochabend, geht aus einer Vereinsnachricht der Giesinger hervor.
Der Hauptgrund für die Nicht-Einhaltung der Lizenzbedingungen: die nicht erfüllte Finanzierungszusage des jordanischen Gesellschafters Hasan Ismaik, der 2011 bei den Löwen als Investor eingestiegen war, und der mit ihm verbundenen Unternehmen.
Löwen rutschen in die Regionalliga ab
"Ich bedauere die Nicht-Einhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International", wird Manfred Paula, Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, in der offiziellen Pressemitteilung zu diesem Sachverhalt zitiert. "Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen."
Ein heftiger Einschnitt in jedem Fall, strebt 1860 doch eigentlich seit dem Zweitliga-Abstieg 2016/17 samt folgendem Regionalliga-Jahr und direkter Drittliga-Rückkehr 2017/18 seit nunmehr acht Jahren wieder gen 2. Bundesliga - mehr als zwei 4. Plätze in den Jahren 2021 sowie 2022 kamen allerdings nicht dabei heraus. Nun schlägt der Münchner Klub, der in der abgelaufenen Spielzeit Achter wurde, wieder in der Viertklassigkeit auf.
"Diese Entwicklung ist besonders enttäuschend, da sowohl die Geschäftsführung als auch die Vertreter des Muttervereins auf die Einhaltung der getroffenen Zusage vertraut haben", ergänzt Gernot Mang, Präsident des Muttervereins, im Statement der Löwen. "Wir haben uns als Vereinsvertreter immer kompromissbereit gezeigt, können uns aber nicht über satzungs- und verbandsrechtliche Vorgaben hinwegsetzen." Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Bergmaier wird noch zitiert: "Ich bedauere, dass nach der Kündigung der Darlehen keine Einigung zwischen den Gesellschaftern über eine Finanzierung der 3. Liga erzielt werden konnte."
Ismaik-Prognose trifft nicht zu
Was derweil nicht zutraf, ist die Einschätzung von Ismaik selbst. Der jordanische Multimillionär hatte vor dem Verstreichen der Frist schließlich noch Optimismus verbreitet. "Ich denke, wir bleiben in der 3. Liga, und jeder arbeitet besonders hart, um in der 3. Liga zu bleiben", hatte Ismaik laut Süddeutscher Zeitung in einer Mitteilung geschrieben. Er hoffe nicht, dass die Löwen in die Viertklassigkeit müssten.
quelle: kicker.de
"Alle Unterlagen fristgerecht eingereicht": Havelse will den freien Platz in der 3. Liga einnehmen
Der TSV Havelse würde den ihm durch den Lizenzentzug für 1860 München zustehenden Platz in der 3. Liga einnehmen, wie der Klub bekanntgab. Voraussetzung ist aber noch die Erteilung der Lizenz.
Seit Mittwoch ist klar: Nach dem erneuten Zwangsabstieg des TSV 1860 München wäre der TSV Havelse als Bestplatzierter aller vier Drittliga-Absteiger der Verein, der den Platz der Löwen einnehmen dürfte. Der Drittliga-Endspurt der Garbsener hätte sich damit noch gelohnt.
Hatten im Vorfeld der Deadline für die Münchner noch Gerüchte die Runde gemacht, Havelse sei nicht daran interessiert, in der Liga zu bleiben, brachten die Niedersachsen nun mit einem Statement Licht ins Dunkel - und verkleinerten damit auch die Hoffnungen von Erzgebirge Aue, doch noch in der Liga zu bleiben.
Havelse will Heimspiele erneut in Hannover austragen
"Der TSV Havelse hat für die 3. Liga, die Regionalliga Nord sowie die U19-Nachwuchsliga alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht und vollständig beim DFB bzw. NFV eingereicht und an den jeweiligen Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren teilgenommen", schreibt der Verein in den sozialen Medien in einem Statement, das vom scheidenden Geschäftsführer und Vorstand Sport Florian Riedel unterzeichnet ist. "Das Ergebnis der jeweiligen Verfahren wird dem Verein nach Prüfung der eingereichten Unterlagen durch die zuständigen Verbände mitgeteilt."
Sollte der TSV also die Lizenz für die dritthöchste Spielklasse erhalten, würde der Verein in der kommenden Saison erneut im Profifußball antreten. Dabei könnte die Stadionfrage allerdings zum Zünglein an der Waage werden. Seine Heimspiele will Havelse nämlich erneut im Eilenriedestadion in Hannover austragen. "Für die vertrauensvolle und unterstützende Zusammenarbeit bedanken wir uns ausdrücklich bei den Verantwortlichen unseres Nachbarn Hannover 96", erklärt der Klub. Das Stadion des TSV, das Wilhelm-Langrehr-Stadion in Garbsen, ist weiterhin nicht drittligatauglich.
Mitgefühl mit 1860 - Stolz auf die eigene Mannschaft
Mitgefühl zeigt man auch mit den Verantwortlichen und Anhängern der Münchner Löwen: "Als Sportler glauben wir an einen Fußball, in dem Sieg und Niederlage sowie Aufstieg und Abstieg auf dem Platz entschieden werden. Durch die Leistungen der Mannschaften und nicht durch Entscheidungen außerhalb des Spielfelds", heißt es im Statement. "Vor diesem Hintergrund wissen wir, dass die aktuellen Entwicklungen für viele Spieler, Trainer, Mitarbeiter und Fans anderer Vereine mit großer Enttäuschung verbunden sind. Das Zustandekommen solcher Entscheidungen entspricht nicht dem Ideal des Sports, den wir alle lieben."
Der Stolz auf die eigene Mannschaft, die nach dem katastrophalen Saisonstart zum Ende der Spielzeit immerhin vier der letzten acht Partien gewinnen konnte, überwiege aber. Genau wie darauf, dass der TSV Havelse selbst "ein Beispiel dafür, dass sportliche Träume auch mit begrenzten finanziellen Mitteln, überwiegend ehrenamtlichen Strukturen und harter Arbeit verwirklicht werden können", sei.
quelle: kicker.de
Nach Löwen-Lizenzentzug: Warum Lok Leipzig nicht nachrückt
Regionalliga Nordost
Seit Mittwoch ist der Zwangsabstieg des TSV 1860 München wegen fehlender Liquidität beschlossene Sache. Für Lok Leipzig gibt es deswegen aber keine Hoffnung auf den Drittliga-Aufstieg - stattdessen darf sich der TSV Havelse freuen. Warum das?
Die Frist ist am frühen Mittwochabend (17 Uhr) verstrichen, der Zwangsabstieg des TSV 1860 München damit sicher. Weil Investor Hasan Ismaik Verträge gekündigt hat und der Verein die damit nötige Liquidität gegenüber dem DFB nicht nachweisen kann, rutschen die Löwen automatisch ans Tabellenende der 3. Liga.
Nun stellte sich die Frage: Wer darf nachrücken - und wer nicht? Lok Leipzig, das die Aufstiegsspiele gegen die Würzburger Kickers verloren hat, rückt nicht nach. Das liegt an den Regularien des DFB.
Der Grund hierfür ist in Paragraf 55a der Spielordnung der 3. Liga zu finden, der den Abstieg behandelt. "Wird einem der 3. Liga zuzuordnenden Verein eine für die kommende Spielzeit bereits erteilte Zulassung vor dem ersten Spieltag entzogen oder eine beantragte Zulassung nicht erteilt, obwohl er nicht abgestiegen ist, oder gibt er sie zurück, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die 4. Spielklassenebene und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 3. Liga der vorausgegangenen Spielzeit", so die Regularien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Vereine der vorangegangenen Spielzeit vermindert sich entsprechend."
Havelse würde den Platz nehmen - Keine Konsequenzen für 1860-Zweitvertretung
Weil die Mannen aus München-Giesing automatisch Tabellen-20. sind, springt Havelse also vom 17. auf den 16. Platz. Die Münchner beendeten die Saison sportlich auf Platz acht, was zudem bedeutet, dass sich jeder dahinter platzierte Klub um einen Rang verbessert.
Heißt im Klartext: Der TSV Havelse bekäme die Möglichkeit, im Profifußball zu bleiben - und würde sie auch wahrnehmen, wie der Verein am Mittwochabend bekanntgab. Voraussetzung dafür ist aber die Erteilung der Lizenz. Ein Absteiger darf also in Liga drei bleiben, während die Leipziger als Meister der Regionalliga Nordost nicht aufsteigen.
Keine Konsequenzen hat der Zwangsabstieg des TSV 1860 München für dessen Zweitvertretung, der jüngst Meister in der Bayernliga Süd wurde. "Die Kombination aus Regionalliga Bayern und Bayernliga ist gemäß § 9 der BFV-Spielordnung für Vereine mit zwei oder mehr Mannschaften im Spielbetrieb möglich", schreibt der Bayerische Fußballverband.
quelle: kicker.de
Auszug aus: "1860 München lässt DFB-Frist verstreichen, Havelse wartet auf Lizenzbescheid, Aue steht bereit"
Sollte auch dem Vorjahresaufsteiger aus der Regionalliga Nord wider Erwarten keine Lizenz erteilt werden, wäre der FC Erzgebirge Aue der lachende Dritte dieses Drittliga-Bebens. Die Veilchen waren mit einem Punkt weniger als Havelse auf Rang 18 eingekommen und dadurch erstmals überhaupt in ihrer Geschichte in die Viertklassigkeit abgestiegen. "Wir haben die Lizenz für die 3. Liga ja erhalten, aber jetzt ist erstmal Havelse am Zug, um zu klären, ob sie das Spielrecht wahrnehmen wollen. Wir sitzen also in der Warteschleife“, sagte Aue-Pressesprecher Lars Töffling am Mittwochabend auf Nachfrage von SPORT IM OSTEN.
quelle: sportschau.de